Ausstellungen

Im Ausstellungsraum der Kunststiftung DZ BANK werden dreimal jährlich thematische und monografische Ausstellungen mit Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern aus der Sammlung der DZ BANK gezeigt.

Weitere Ausstellungen im Haus sind im Kabinett zu besuchen, in dem die zukünftigen Etagenausstellungen öffentlich zugänglich gemacht werden. Diese werden im Anschluss auf den Etagen des Westend 1 Gebäudes präsentiert und können während öffentlicher Führungen nach vorheriger Anmeldung besucht werden.

Die Kunstsammlung auf Reisen dokumentiert die zahlreichen Leihgaben an nationale und internationale Ausstellungshäuser.

Förderstipendium

Sophie Thun und Sara Cwynar
22. September 2021 bis 5. Februar 2022

Die Kunststiftung DZ BANK vergibt alle zwei Jahre ein Förderstipendium an Künstlerinnen und Künstler, die sich mit fotografischen Ausdrucksformen auseinandersetzen.

Die Ausstellung präsentiert die Werke der diesjährigen Preisträgerinnen Sophie Thun (* 1985, Frankfurt am Main) und Sara Cwynar (* 1985, Vancouver, Kanada), die im Rahmen der Stipendien entstanden sind. Thun erstellt ein Selbstporträt, das ihren Lebensraum mit den Produktionsumständen ihrer Arbeit verbindet. Cwynar lenkt mit ihrem Projekt den Blick auf die Ideologien, die der westlichen Kunstgeschichte und ihren musealen Sammlungen zugrunde liegen.

Neben den Werken der Preisträgerinnen werden auch Kunstwerke von Katarína Dubovská, Philipp Goldbach und Talisa Lallai in der Kunststiftung DZ BANK zu sehen sein. Alle in der Ausstellung gezeigten Werke werden für die Kunstsammlung erworben.

 

 

Durchblick. Lilly Lulay und Susa Templin

16. Februar bis 21. Mai 2022

In der ersten Ausstellung im neuen Jahr werden die beiden Künstlerinnen Lilly Lulay (* 1985) und Susa Templin (* 1965) der Öffentlichkeit präsentiert. Beide Künstlerinnen sind eng mit der Stadt Frankfurt verbunden und kommen in ihrem fotografischen Werk zu sehr spannenden, nicht selten dreidimensionalen – also skulpturalen – Lösungen.

Lilly Lulay hat an der Hochschule für Gestaltung (HfG) in Offenbach studiert und setzt sich mit dem digitalen Bildraum auseinander. Durch das Zerlegen und Neukontextualisieren von Bildoberflächen analysiert sie, wie die (Bild-)Informationen, die wir auf unseren Smartphones und Computern sammeln, von Algorithmen und künstlicher Intelligenz verarbeitet werden. Gleichzeitig macht sie deutlich, wie die digitale Bildwahrnehmung unser Handeln beeinflusst.

Man könnte sie als eine Whistleblowerin, als eine subversive Kraft bezeichnen, die uns mit höchst ästhetischen Mitteln darauf aufmerksam machen möchte, wie unsere Fußabdrücke im Netz verarbeitet werden können, um unsere Wahrnehmung zu verändern und zu manipulieren. Seit dem Ende ihres Studiums hat Lilly Lulay in Santiago die Chile und Brüssel gelebt und gearbeitet. Heute lebt und arbeitet sie in Brüssel.

Susa Templin studierte an der Städelschule – Hochschule für Bildende Künste in Frankfurt am Main. Nach einem einjährigen Atelierstipendium der Hessischen Kulturstiftung, das sie nach New York führte, blieb sie weitere acht Jahre in der Ostküstenmetropole. Heute lebt und arbeitet sie in Berlin und Frankfurt am Main. In ihren Arbeiten behandelt Susa Templin Architektur und deren Versatzstücke wie Räume, Wände, Türen, Fenster und Durchblicke. Als traditionelle Sujets in der Kunstgeschichte stehen diese zugleich für seelische Innenräume, Schwellen, Brüche und Übergänge in den ›Architekturen des Lebens‹ . Türen öffnen Räume, Fenster stellen die Verbindung zum Außen her, welches ebenso als Sehnsuchtsort (Romantik) verstanden werden kann. Der Raum, der dem Menschen als ›dritte Haut‹ Schutz und Heimat bietet, verortet ihn zugleich konkret in seiner Umwelt.

Für die Aufnahmen, die als Grundlage für raumgreifende Installationen dienen, verwendet Susa Templin eine analoge Rolleiflex-Kamera (6 x 6) aus den 1930er Jahren. Die Arbeit mit ihren Händen in der Dunkelkammer, aus der die transparenten Labyrinthe hervorgehen, stellen dabei einen wichtigen handwerklichen Prozess dar.

Passagen

In Zusammenarbeit mit dem Seminar von Prof. Dr. Steffen Siegel von der Folkwang Universität der Künste

3. Juni bis 15. Oktober 2022

Im Laufe seines Lebens durchläuft der Mensch unzählige Passagen – Übergänge, die mit Abschied und Neuanfang verbunden sind. Das Kind wird zum Teenager, der Teenager zum Erwachsenen; andere Lebensübergänge sind die Elternschaft, Verluste, Krankheit und Heilung, Scheidungen, Prozesse des Alterns und viele mehr. Derartige Übergänge werden häufig mit Riten verbunden, um die Transformation in einen anderen Lebensabschnitt spürbar und sichtbar zu machen. Das können religiöse Zeremonien wie beispielsweise Taufen oder Hochzeiten, politische wie Wahlen oder Vereidigungen und Alltagsriten wie Abitur oder Jugendweihe sein.

Auch in unserer Umwelt und in der Natur ereignen sich bisweilen einschneidende Veränderungen, die uns zu einem anderen Handeln auffordern. Klimatische Veränderungen, Krankheiten oder gar kriegerische Auseinandersetzungen zwingen uns, nicht nur einzelne Handlungen, sondern unsere Haltung insgesamt zu überdenken und anzupassen.

Künstler setzen sich seit jeher mit den Passagen des Lebens auseinander und finden dafür immer wieder eine abgewandelte Bildsprache. So beschäftigen sich bereits die etwa 20.000 Jahre alten Malereien und geritzten Tierzeichnungen in den Höhlen von Lascaux mit der Spannung zwischen Mensch und Natur, weswegen die Kunstgeschichte hier ihren Anfang nimmt.Auch das gewählte Material kann eine »Passage« im Sinne eines Durch- oder Übergangs symbolisieren, wenn vorhandene Gegenstände in andere Zusammenhänge gesetzt und neu aufgeladen werden. Dies kommt vor allem in Readymades seit den 1910er Jahren und der Appropriation Art (der sich mit bereits existierendem Material beschäftigenden »Aneignungskunst«) seit den 1960er Jahren zum Einsatz. Das »Fahrrad-Rad, 1913« von Marcel Duchamp etwa und recycelte Alltagsgegenstände zeugen von dieser Umschreibung und einer damit einhergehenden neuen Ausrichtung des Bewusstseins.

 

Zusammen mit Studierenden des Masterstudiengangs von Professor Dr. Steffen Siegel (Geschichte der Fotografie) an der Folkwang Universität der Künste Essen werden wir im Wintersemester 2021/22 eine Ausstellung erarbeiten, die sich auf vielfältige Weise mit der Thematik des Durchgang und Übergangs (franz. ›passage‹) auseinandersetzen wird.
Die Studentinnen und Studenten erhalten einen Einblick in die Entstehung einer Ausstellung und werden aufgefordert, eigene Texte und Bezüge zu den Künstlern und ihren Werken zu entwickeln. Die eindrücklichsten Texte werden in der Publikation zur Ausstellung veröffentlicht.

Förderstipendium 2021/22

 

Jens Klein und Anja Manfredi
27. Oktober 2022 bis Mitte Februar 2023

Die Kunststiftung DZ BANK hat erneut zwei Arbeitsstipendien an herausragende Nachwuchskünstler vergeben, deren Schaffensprozess maßgeblich vom Fotografischen geprägt ist. Einstimmig kam die Jury zu dem Ergebnis, dass die eingereichten Projektideen von Jens Klein und Anja Manfredi aus 50 eingegangenen Bewerbungen am stärksten überzeugten. Zu den ersten fünf Kandidaten der Auswahl zählen zudem Lilly Lulay, Karina Nimmerfall und Valter Ventura.

Die Kunststiftung DZ BANK vergibt alle zwei Jahre ein Projektstipendium an Künstlerinnen und Künstler, die sich – analog zum Schwerpunkt der Sammlung – mit fotografischen Ausdrucksformen im weitesten Sinne auseinandersetzen.

Mit dem Stipendium soll der Preisträgerin Anja Manfredi und dem Preisträger Jens Klein die Möglichkeit geboten werden, ein Jahr lang intensiv an ihren eingereichten künstlerischen Projekten zu arbeiten. Im Herbst 2022 werden die neu entstandenen Arbeiten gemeinsam mit ausgewählten Werken von Lilly Lulay, Karina Nimmerfall und Valter Ventura in der Kunststiftung DZ BANK zu sehen sein. Alle in der Ausstellung gezeigten Werke werden für die Kunstsammlung der DZ BANK erworben. So kommt das Stipendium nicht nur den Preisträgerinnen und Preisträgern zugute, sondern auch drei weiteren Kunstschaffenden, die durch den Ankauf gefördert werden.

Adrian Sauer

Identitäten und Ideologien
27. Mai bis 11. September 2021

 

Die Ausstellung in der Kunststiftung DZ BANK bietet anhand von sieben Werkreihen, die zwischen 2014 und 2021 entstanden sind, einen tiefgehenden Einblick in die künstlerische Praxis von Adrian Sauer (* 1976, Berlin, DDR). In seiner multimedialen Herangehensweise bricht Adrian Sauer mit gängigen Vorstellungen, die dem fotografischen Bild feste Grenzen aufzeigen. Der Künstler widersetzt sich ideologischen Denkmustern und plädiert für offene Definitionsmöglichkeiten, die es erlauben, auch ein computergeneriertes Bild, ein Objekt oder eine Soundinstallation als Manifestation der fotografischen Idee gelten zu lassen.

 

Die Soundinstallation »Fotografieren ist«, 2019 steht exemplarisch für das kritisch-philosophische Befragen der Metaebenen des Fotografischen durch den Künstler. In dieser Arbeit modifiziert Adrian Sauer Suchergebnisse, die er bei Google auf seine Eingabe »Fotografieren ist« erhalten hat. Dem Ergebnis »Fotografieren ist sozial und interaktiv« etwa fügt er weitere Variationen hinzu, wie zum Beispiel »Fotografieren ist asozial und interaktiv, Fotografieren ist sozial und passiv, Fotografieren ist asozial und passiv«. Durch die Abwandlung der Suchergebnisse und die Neukontextualisierung der Inhalte wird den Zuhörenden bewusst, dass jeder Aussage etwas Wahres innewohnt, was sie in die Lage versetzt, ihre eigenen Vorstellungen hinterfragen zu können.

 

Adrian Sauers Denkweise, die es ermöglicht, angeblich unvereinbare Gegensätze wenn nicht aufzulösen, so doch zumindest in einen gleichberechtigten Dialog miteinander zu bringen, zeigt eine Perspektive auf, die dem ideologischen Denken eine positive Alternative entgegensetzt. Erst das Öffnen festgefahrener Grenzen und das Aufbrechen von Schubladendenken und Kastensystemen führen zu einer Weltsicht, die Unterschiede und Vielansichtigkeiten als integrale Bestandteile unserer Lebenswirklichkeit zulässt und dadurch eine Basis für produktive Diskurse schafft.

 

Für die kognitive Ebene unserer Wahrnehmung interessiert sich der Künstler auch in seinen dreidimensionalen »Platonischen Körpern«, 2019, die ihre Form durch dünne Kohlefaserstäbe erhalten. An der Wand, auf dem Boden oder an der Decke installiert, verändern sie sich je nach der Position des Rezipienten im Raum: Mal erscheinen sie zweidimensional wie eine Zeichnung, mal dreidimensional als Körper, und verweisen so darauf, dass die Perspektive des Betrachtenden das Betrachtete mitformt.

 

Adrian Sauer verdeutlicht mit seinem Werk, dass das Wahrnehmen von Kunst Denken ist. Die individuelle Wahrnehmung ist mehr als ein Motiv, das sich auf unserer Netzhaut abbildet. Es ist Inhalt, Kommunikation, Impuls, Bewusstsein, Hinterfragung, Erkenntnis und vieles mehr. Damit versetzt der Künstler uns in die Lage, auch unsere eigene Identität immer wieder neu zu definieren.

 

Diese Ausstellung findet im Rahmen der Triennale RAY Fotografieprojekte Frankfurt/RheinMain statt, die sich dem Thema »IDEOLOGIEN« widmet.

 

 



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