Clegg & Guttmann, Museum for the Workplace III, 1995

Clegg & Guttmann

Museum for the Workplace

 

Bei dem durch das Künstlerduo Clegg & Guttmann ausgerichteten Mitarbeiterprojekt aus dem Jahr 1995 ist die Entstehungsgeschichte ebenso wichtig wie das vollendete Kunstwerk selbst.

Clegg & Guttmann, Konzeptkünstler aus den USA, arbeiten mit und für Institutionen und sehen in ihrer Kunst »eher die Mikroanalyse eines Kontextes als eine politische Makroanalyse« der jeweiligen Unternehmensstrukturen. Diesen Ansatz verfolgten sie auch bei ihrem Projekt für die DZ BANK Kunstsammlung. Dabei dienten sie zugleich als Ansprechpartner, Entwickler und Vermittler einer von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mitgebrachten Vorstellung von Kunst.

Der Titel der Arbeit ist mehrdeutig und zielt nicht etwa auf ein »Museum für den Arbeitsplatz« ab, in dem Gegenstände der Arbeitswelt ausgestellt werden. Vielmehr soll dieses von Clegg & Guttmann ins Leben gerufene Museum Dinge zeigen, die eigentlich nie ihren Weg in die Arbeitswelt gefunden hätten. Es versammelt Exponate– so die Vorstellung der Museumsstifter –, deren künstlerischer Gehalt allein von den Mitarbeitern bestimmt wurde. Dazu wurden alle Mitarberinnen und Mitarbeiter der Bank aufgefordert, von Zuhause Objekte mitzubringen, die für sie einen ästhetischen Wert besitzen.

Dieses Sammelsurium an Dingen, die sonst nie in die Bank gelangt geschweige denn als Kunst bezeichnet worden wären, nutzten Clegg & Guttmann, um daraus vier Arrangements zu kuratieren. Diese wurden jeweils als kleine ›Fenster-Ausstellungen‹ von außen abfotografiert und anschließend als großformatige Fotografien im Cibachrome-Verfahren abgezogen. Die eigentlichen Präsentationen wurden unmittelbar im Anschluss wieder abgebaut, sodass keine Spur von ihnen zurückblieb. Lediglich die vier Fotografien, die als Essenz dieses Prozesses von 1995 bis 2011 an den Wänden auf dem Weg zur Kantine hingen, zeugen von der Idee des Künstlerpaares Clegg & Guttmann und ihrer in Zusammenarbeit mit Mitarbeitern der Bank erfolgten Umsetzung.

Wie eingangs bemerkt, ist die Idee der Künstler hier ebenso wichtig wie das Resultat, das fotografische Bild. Oder wie es die Künstler selbst ausdrücken: »Durch den Vorgang des Fotografierens entsteht eine Distanz, die wichtig für uns ist. Die Betrachter sollen ermutigt werden, den gesamten Entstehungsprozess zu begreifen, und sich nicht nur auf die Objekte konzentrieren.«

 

Michael Clegg (* 1957 in Dublin, Irland) und Martin Guttmann (* 1957 in Jerusalem, Israel) leben in New York, Berlin und Wien. Sie arbeiten seit 1980 zusammen.



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