Förderstipendium

Die Kunststiftung DZ BANK vergibt alle zwei Jahre ein Förderstipendium, das sich an Künstlerinnen und Künstler aller Altersstufen richtet, die sich mit fotografischen Ausdrucksformen auseinandersetzen. Die Nominierung der Teilnehmer erfolgt über Vorschläge einer siebenköpfigen Fach-Jury.

Jeder der sieben Kunstexperten kann bis zu zehn Künstlerinnen und Künstler vorschlagen. Diese werden dazu eingeladen, sich mit einer Projektidee zu bewerben. In einem Auswahlverfahren werden zwei Preisträgerinnen oder Preisträger benannt, die eine Fördersumme von je 12.000 € erhalten.

Im Anschluss wird das geförderte Projekt für die Kunstsammlung erworben. Darüber hinaus stellt die Jury eine Shortlist von drei weiteren Bewerberinnen und Bewerbern zusammen, von denen ausgewählte Kunstwerke erworben und in der Stipendiatenausstellung präsentiert werden.

2021/2022

Ausgehend von den Vorschlägen der Jurorinnen und Juroren, lud die Kunststiftung DZ BANK 55 Künstlerinnen und Künstler ein, sich mit einem Projekt für das Stipendium zu bewerben. Ende Juli wird die Jury tagen und eine Auswahl aus insgesamt 53 Bewerbungen treffen. Die beiden Stipendiatinnen oder Stipendiaten sowie drei weitere Künstlerinnen und Künstler der Shortlist werden mit ihren Arbeiten im Herbst 2022 in einer Ausstellung in der Kunststiftung DZ BANK zu sehen sein.

 

Die Jury 2021 für das Förderstipendium DZ BANK Kunststiftung bilden in diesem Jahr:

 

Nela Eggenberger
Chefredakteurin, EIKON – Internationale Zeitschrift für Photographie und Medienkunst, Wien

Dr. Stefan Gronert
Kurator für Fotografie und Medienkunst, Sprengel Museum, Hannover

Dr. Beate Kemfert
Stiftungsvorstand und Kuratorin, Kunst- und Kulturstiftung, Opelvillen Rüsselsheim

Dr. Christina Leber
Geschäftsführerin der Kunststiftung DZ BANK und Leiterin der Kunstsammlung der DZ BANK

Adrian Sauer
Künstler, Berlin

Ulrike Schneider
Referentin für Bildende Kunst, Niedersächsische Sparkassenstiftung / VGH-Stiftung, Hannover

Dr. Walter Seidl
Kurator, Autor, Künstler, Wien

2019/2020

Jury 2019/2020

Die Jury 2019/2020 setzte sich zusammen aus (v.l.n.r.):

Felix Hoffmann
Hauptkurator, C/O Berlin Foundation

Albrecht Haag

Projektleitung Darmstädter Tage der Fotografie, Vertretung Alexandra Lechner

Dr. Kathrin Schönegg

Freie Autorin und Kuratorin, Berlin

Christin Müller

Freie Kuratorin, Leipzig

Dr. Mario Kramer

Sammlungsleiter und Kurator, Museum für Moderne Kunst, Frankfurt am Main

Alexandra Lechner

Freie Fotografin und Kuratorin, Frankfurt am Main, Vertreten durch Albrecht Haag

Dr. Christina Leber

Leiterin, DZ BANK Kunstsammlung, Frankfurt am Main

Gertrud Peters

Künstlerische Leitung KIT – Kunst im Tunnel, Düsseldorf

Die Jury kam auch in diesem Jahr einvernehmlich zu dem Ergebnis, dass die eingereichten Projektideen von Sara Cwynar und Sophie Thun aus den 51 Bewerbungen am stärksten überzeugten. Zu den ersten fünf Kandidaten der Auswahl zählen zudem Katarína Dubovská, Philipp Goldbach und Talisa Lallai.


Preisträgerinnen 2019/2020

Das Werk von Sara Cwynar (* 1985, Vancouver, Kanada, lebt und arbeitet in Brooklyn, New York) entsteht vornehmlich aus einem Archiv bekannter Bilder der Fotografiegeschichte und einer persönlichen Sammlung an Bildmaterialien, welche die Künstlerin durch verschiedene analoge und digitale Kombinationsverfahren neu präsentiert. So erhalten ihre Fotografien zunächst einen skulpturalen Charakter. Diese Objekte lichtet Cwynar ab und arrangiert die entstandenen Bilder zu einer Collage, um diese erneut zu fotografieren. Sara Cwynar untersucht die Zirkulation von Bildern und deren Bedeutungswandel. Sie überprüft, wie sich im Verlauf der Zeit die Transformation von Bildwelten in verschiedenen Kulturen manifestiert. Es geht also um die Natur fotografischer Bilder, ihre visuellen Codes und die Frage, wie diese mit kollektiven Bildkulturen verstrickt sind. Für ihr neues Projekt, das sie im Rahmen des Stipendiums der DZ BANK Kunstsammlung verwirklichen wird, lenkt sie den Blick auf die Ideologien, die der westlichen Kunstgeschichte und ihren musealen Sammlungen zugrunde liegen. Mit Referenz auf John Bergers Videoarbeit »The Ways of Seeing« (1972) wird sie sich zudem mit Fragen zum Thema Rassismus und Gender beschäftigen.

Sophie Thun (* 1985 in Frankfurt am Main, lebt und arbeitet in Wien) experimentiert mit den apparativen Bedingungen der Fotografie und der Repräsentation des Körpers und setzt diese in Beziehung zu den Orten der Produktion und anschließenden Ausstellung der Bilder. Ihre Arbeiten sind komplexe künstlerische Interventionen, in denen sie verschiedeneBildebenen und fotografische Verfahren übereinanderschichtet. Dadurch wird unsere Wahrnehmung ebenso destabilisiert wie sich die Darstellung von Identität als widersprüchlich erweist. Im Rahmen des Projektstipendiums wird die Künstlerin ein Selbstporträt erstellen, das ihren Lebensraum mit den Produktionsumständen ihrer Arbeit verbindet. Dafür plant Sophie Thun, sämtliche Gegenstände in ihrer Einzimmerwohnung zu fotografieren, die 1:1 auf Großformatnegative passen. Die Negative wird sie als Kontaktkopien ausbelichten – und zugleich als Bildproduzentin körperlich in Erscheinung treten, indem etwa ihre Hände als weiße Leerstellen auf dem Fotopapier sichtbar werden.

2017/2018

Jury 2017/2018

Die Jury 2017/2018 setzte sich zusammen aus (v.l.n.r.):

Stefanie Böttcher
Künstlerische Leitung, Kunsthalle Mainz

Dr. Astrid Ihle
Ausstellungskuratorin, Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen

Christoph Tannert
Geschäftsführer, Künstlerhaus Bethanien, Berlin

Matthias Wagner K
Direktor, Museum Angewandte Kunst, Frankfurt am Main

Dr. Christina Leber
Leiterin, DZ BANK Kunstsammlung, Frankfurt

Florian Ebner
Kustos für Fotografie, Centre Pompidou, Paris

Maren Lübbke-Tidow
Autorin, Kritikerin, Kuratorin, Berlin

 

Einvernehmlich kam die Jury zu dem Ergebnis, dass die eingereichten Projektideen von Tatiana Lecomte und Sara-Lena Maierhofer aus den rund 45 Bewerbungen am stärksten überzeugten. Zu den ersten fünf Kandidaten der Auswahl zählen zudem Ketuta Alexi-Meskhishvili, Gwenneth Boelens und Eiko Grimberg.

Preisträgerinnen 2017/2018

Tatiana Lecomte (* 1971, Bordeaux, lebt und arbeitet in Wien) setzte sich bereits in früheren Arbeiten mit vorgefundenen Fotografien auseinander, die historische Ereignisse und Orte dokumentieren, so u.a. in den Serien »Die El-Alamein-Stellung« oder »Zement«. Durch ihre künstlerische Umformung und Überblendungen wirft Lecomte Fragen zum Umgang mit Geschichte auf. Auch in dem Projekt, das sie während ihres Stipendiums durchführen wird, arbeitet sie mit einer historischen Quelle, dem sogenannten »Stroop-Bericht«. Jürgen Stroop, Befehlshaber der SS sowie verschiedener Polizei- und Wehrmachtseinheiten, protokollierte in diesem Bericht anhand von täglichen Aufzeichnungen und Bildmaterial die Auslöschung des Warschauer Ghettos. Lecomte will sich der Sprache und den Bildern dieses Dokuments auf eine analytische und zugleich demontierende Weise nähern. So möchte sie u.a. die Amtssprache Stroops durch Abschrift einzelner Wörter in einer von Hitler 1941 gegen die »jüdische« (vormals als »urdeutsch« geltende) Fraktur erlassenen »deutschen Normalschrift« ad absurdum führen.

Sara-Lena Maierhofer (* 1982, Freudenstadt/ Schwarzwald, lebt und arbeitet in Berlin) untersucht in ihrem Projektvorhaben den Umgang mit der kolonialen Vergangenheit Deutschlands, wie er sich in Völkerkundemuseen und ethnologischen Sammlungen niederschlägt. Der aktuelle Diskurs soll durch eine verkleinerte Wiedergabe der Museumsräume sichtbar gemacht werden, die von Fotografien der Artefakte und Darstellungen der Objektbiografien überblendet werden. Die Abbildungen erscheinen durch die Projektion auf dreidimensionale Flächen fragmentiert, wodurch eine ästhetische Ähnlichkeit mit dem Kubismus entsteht. Damit werden zugleich die Einflüsse außereuropäischer Kunst auf die Moderne zum Thema. Bereits in bestehenden Arbeiten wie den Serien »Dear Clark« oder »The Great« gelingt es Maierhofer, mit unterschiedlichsten künstlerischen und fotografischen Herangehensweisen virulente Themen zu visualisieren und dadurch beim Betrachter neue Gedankengänge wachzurufen.

Städel Museum

Das Frankfurter Städel Museum und die DZ BANK verbindet eine lange Partnerschaft, die immer wieder neue Wege einer Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Kultur entwickelt hat. Im Rahmen ihres 125-jährigen Jubiläums im Jahr 2008 übergab die DZ BANK dem Städel Museum Frankfurt ein Konvolut aus ihrer Kunstsammlung. Die ausgewählten Kunstwerke sind in den Besitz des Städel Museums übergegangen. Die Basis dafür bildet eine Kooperation zwischen Städel und der DZ BANK in Form einer paritätisch gehaltenen GmbH, die Eigentümerin der Kunstwerke ist und deren alleiniger Zweck die dauerhafte Überlassung der Werke an das Museum ist. Dieses Konvolut umfasst über 200 fotografische Kunstwerke von 76 internationalen Künstlerinnen und Künstlern – darunter Richard Avedon, Sibylle Bergemann, Will McBride, Hanne Darboven, Pietro Donzelli, Gilbert & George, Nan Goldin, Andreas Gursky, Seydou Keita, Barbara Klemm, Les Levine, Robert Mapplethorpe, Boris Mikhailov, Sigmar Polke, Richard Prince, Robert Rauschenberg, Peter Roehr, Thomas Ruff, Cindy Sherman, Katharina Sieverding, Thomas Struth, Hiroshi Sugimoto und Andy Warhol. Die Auswahl wurde von Verantwortlichen aus der DZ BANK und dem Städel Museum gemeinsam getroffen; gleichzeitig ging die Zusammenarbeit in einer ebenfalls gemeinsam gegründeten GmbH auf, die von je einem Verantwortlichen aus beiden Häusern geführt wird.

Seit Februar 2012 sind diese Werke in der Gartenhalle zusammen mit Gemälden und Plastiken aus der Gegenwartskunst zu sehen. Das Konvolut bildet den Grundstock der Sammlung künstlerischer Fotografie des Städel Museums. Die DZ BANK setzt damit nicht nur ihr kulturelles Engagement fort und macht der Öffentlichkeit renommierte Werke der zeitgenössischen Kunst zugänglich. Die Übergabe der Kunstwerke bedeutete zudem einen Meilenstein auf dem Weg zum erklärten Ziel der Kunststiftung DZ BANK , fotografische Ausdrucksformen ebenbürtig mit Malerei, Skulptur und Installation zu präsentieren.
Aus Anlass seines 200-jährigen Jubiläums im Jahr 2015 erhielt das Frankfurter Städel Museum zudem ein großzügiges Geschenk aus der DZ BANK Kunstsammlung: Die Gemeinschaftsarbeit von Richard Prince (* 1949) und Cindy Sherman (* 1954) »Untitled (Richard Prince and Cindy Sherman)« aus der Serie »Double Portrait« bereichert seither die Abteilung Gegenwartskunst im Städel Museum.

Darüber hinaus steht die Kunststiftung DZ BANK dem Städel Museum als Förderin zur Seite: sei es als Sponsorin der ersten Ausstellung des Hauses, die sich fotografischen Kunstwerken widmete – »REAL« (2008) –, durch eine Förderung der digitalen Erweiterung des Museums, als Corporate Sponsor der Ausstellung »Dialog der Meisterwerke. Hoher Besuch zum Jubiläum« (2015) oder durch Unterstützung der Ausstellung »FOTOGRAFIEN WERDEN BILDER – Die Becher-Klasse« (2017). Zuletzt förderte die DZ BANK die Ausstellung »En passant. Impressionismus in Skulptur« (2020) am Städel Museum.

Seit Mai 2020 ist die Neupräsentation der Sammlung Gegenwartskunst in den Gartenhallen zu sehen. Unter dem Titel »Zurück in die Gegenwart. Neue Perspektiven, neue Werke – die Sammlung von 1945 bis heute« wird unter anderem eine Vielzahl fotografischer Kunstwerke aus dem 2008 überreichten Konvolut der DZ BANK Kunstsammlung gezeigt.

KIT - Kunst im Tunnel

Seit 2019 fördert die Kunststiftung DZ BANK alle zwei Jahre eine Ausstellung im KIT – Kunst im Tunnel, die abwechselnd Werke von Künstlerinnen und Künstlern aus dem Umfeld der Kunstakademien Düsseldorf und Münster einer breiten Öffentlichkeit vorstellt. Die Ausstellungen werden von Katalogen begleitet und die künstlerischen Positionen somit im aktuellen Diskurs kontextualisiert. Wir freuen uns, im KIT einen idealen Partner für eine langfristig angelegte Kooperation gefunden zu haben und dadurch Künstlerinnen und Künstlern ein Forum bieten und sie nachhaltig fördern zu können: Einerseits durch die Unterstützung des Ausstellungsprojektes und damit einhergehenden intensiven, inhaltlichen Austausch zwischen den Künstlerinnen und Künstlern und den Verantwortlichen der beiden Institutionen und andererseits durch mögliche Ankäufe für den Bestand der Kunstsammlung der DZ BANK AG.

2021

desto weiß ich doom zu sein. Junge Kunst aus Münster

 

Mit Sujin Bae, Ilsuk Lee, Valentino Magnolo, Irina Martyshkova und Yoana Tuzharova
28.08.–14.11.2021

 

In diesem Jahr wird Gertrud Peters als künstlerische Leiterin des KIT Werke von Studierenden und Absolventen der Kunstakademie Münster präsentieren.

 

Weiterführende Informationen finden Sie unter diesem Link.

2019

Von mir aus. Junge Fotografie aus Düsseldorf

 

Mit Conrad Müller, Donja Nasseri, Arisa Purkpong und Alexander Romey
23.03.2019 – 16.06.2019

 

Die von den jungen Künstlerinnen und Künstler für die Ausstellung »Von mir aus« geschaffenen Bilder erfahren im KIT eine Inszenierung, die sich mit der Architektur des Raumes auseinandersetzt und einen begehbaren Bildraum schafft. Sie sollen eine Einladung sein, sich mit dem ständig verändernden Terrain der Fotografie auseinanderzusetzen und ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie dieses unsere Wirklichkeit formt.

Die Künstlerinnen und Künstler sehnen sich nach individueller Freiheit und der Rückbesinnung auf das Wesentliche. Sie denken über das Medium nach, prüfen den aktuellen Status des Bildes, bedienen sich frei aller Möglichkeiten. Dazu gehören wie selbstverständlich Kombinationen aus analogen und digitalen Techniken sowie sämtliche Methoden der Filmentwicklung und der Fotopräsentation. Die Ausstellenden experimentieren mit Malerei, Skulptur und Video, mit Schrift und Ton.

Für diese Ausstellung haben Conrad Müller, Donja Nasseri, Arisa Purkpong und Alexander Romey miteinander künstlerisch und intellektuell kollaboriert. Sie sind geprägt von ihrem Umfeld, dem Leben an der Kunstakademie Düsseldorf, dem Wissen und den Erfahrungen, die ihnen dort vermittelt werden und dem Austausch mit anderen Künstlerinnen und Künstler.

Weiterführende Informationen finden Sie unter diesem Link.



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