Adrian Sauer, Block, 2008, © Adrian Sauer

Adrian Sauer

Identitäten und Ideologien

27. Mai bis 11. September 2021

Die Ausstellung in der Kunststiftung DZ BANK bietet anhand von sieben Werkreihen, die zwischen 2014 und 2021 entstanden sind, einen tiefgehenden Einblick in die künstlerische Praxis von Adrian Sauer (* 1976, Berlin, DDR).

In seiner multimedialen Herangehensweise bricht Adrian Sauer mit gängigen Vorstellungen, die dem fotografischen Bild feste Grenzen aufzeigen. Der Künstler widersetzt sich ideologischen Denkmustern und plädiert für offene Definitionsmöglichkeiten, die es erlauben, auch ein computergeneriertes Bild, ein Objekt oder eine Soundinstallation als Manifestation der fotografischen Idee gelten zu lassen.

Die Soundinstallation »Fotografieren ist«, 2019 steht exemplarisch für das kritisch-philosophische Befragen der Metaebenen des Fotografischen durch den Künstler. In dieser Arbeit modifiziert Adrian Sauer Suchergebnisse, die er bei Google auf seine Eingabe »Fotografieren ist« erhalten hat. Dem Ergebnis »Fotografieren ist sozial und interaktiv« etwa fügt er weitere Variationen hinzu, wie zum Beispiel »Fotografieren ist asozial und interaktiv, Fotografieren ist sozial und passiv, Fotografieren ist asozial und passiv«. Durch die Abwandlung der Suchergebnisse und die Neukontextualisierung der Inhalte wird den Zuhörenden bewusst, dass jeder Aussage etwas Wahres innewohnt, was sie in die Lage versetzt, ihre eigenen Vorstellungen hinterfragen zu können.

Adrian Sauers Denkweise, die es ermöglicht, angeblich unvereinbare Gegensätze wenn nicht aufzulösen, so doch zumindest in einen gleichberechtigten Dialog miteinander zu bringen, zeigt eine Perspektive auf, die dem ideologischen Denken eine positive Alternative entgegensetzt. Erst das Öffnen festgefahrener Grenzen und das Aufbrechen von Schubladendenken und Kastensystemen führen zu einer Weltsicht, die Unterschiede und Vielansichtigkeiten als integrale Bestandteile unserer Lebenswirklichkeit zulässt und dadurch eine Basis für produktive Diskurse schafft.

Für die kognitive Ebene unserer Wahrnehmung interessiert sich der Künstler auch in seinen dreidimensionalen »Platonischen Körpern«, 2019, die ihre Form durch dünne Kohlefaserstäbe erhalten. An der Wand, auf dem Boden oder an der Decke installiert, verändern sie sich je nach der Position des Rezipienten im Raum: Mal erscheinen sie zweidimensional wie eine Zeichnung, mal dreidimensional als Körper, und verweisen so darauf, dass die Perspektive des Betrachtenden das Betrachtete mitformt.

Adrian Sauer verdeutlicht mit seinem Werk, dass das Wahrnehmen von Kunst Denken ist. Die individuelle Wahrnehmung ist mehr als ein Motiv, das sich auf unserer Netzhaut abbildet. Es ist Inhalt, Kommunikation, Impuls, Bewusstsein, Hinterfragung, Erkenntnis und vieles mehr. Damit versetzt der Künstler uns in die Lage, auch unsere eigene Identität immer wieder neu zu definieren.

Diese Ausstellung findet im Rahmen der Triennale RAY Fotografieprojekte Frankfurt/RheinMain statt, die sich dem Thema »IDEOLOGIEN« widmet.

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