Imogen Cunningham, Magnolia Blossom, 1925

Blumen

Nobuyoshi Araki
Imogen Cunningham
Joan Fontcuberta
Marie-Jo Lafontaine
Dennis Stock

 

Diese Etage vereint fünf internationale Künstler unter der thematischen Klammer des Blumenmotivs. In den Arbeiten aus den zwanziger Jahren von Imogen Cunningham, einer Klassikerin der amerikanischen Schwarzweiß-Fotografie, erscheinen Blumen einerseits als skulpturale Gebilde, andererseits versucht sie den besonderen Ausdruck der jeweiligen Blume zu erfassen. So steht das geometrische »Agave Design I«, das an das Gestänge eines Indianer-Tipies erinnert, in einem starken Kontrast zu den weichen, geschwungenen Formen etwa der »Two Callas«.

Dennis Stocks farbige »Flowers«-Serie (1993) erinnert in ihrer Landschaftsperspektive und Unschärfe an die Mohnblumen eines Monet und das althergebrachte Bild des Paradieses als Blumengarten. Stock unterlief in den 1970er Jahren einem krassen Wandel, ließ nicht nur die Schwarzweiß-Fotografie hinter sich sondern auch das Großstadtgetümmel. Der Chronist amerikanischer Mythen und sozialer Wirklichkeiten, dessen Fotoessay von James Dean sich ins kollektive Gedächtnis einprägte, zog sich nach Südfrankreich zurück und widmete sich ganz den Schönheiten der Natur: „Hier ist ein wunderschöner Ort voller fantastischer Texturen. Das Licht ist unglaublich. Außerdem gibt es hier eine Wahrheitsliebe, die selten geworden ist.“

Dagegen haben die hoch symbolischen Blumenbilder von Nobuyoshi Araki, »Flowers from the other World« (1994), am deutlichsten mit dem Tod zu tun: mit einer fast barock anmutenden Dramatik von Knospen und Verwelken. Wie schon Andy Warhols berühmte »Flowers« haben sie Begräbnisassoziationen. Die Nähe seiner Kamera zum Gegenstand lässt die Blumen manchmal geradezu bedrohlich erscheinen.

In der Tradition des Surrealismus und mit der Technik des Fotogramms spielt Joan Fontcuberta mit natürlichen Formen. Dabei entstehen groteske Blumen, kleine Monstren, die nutzlos und künstlich sind.

Eine strenge Typologie nach (intensiver) Farbe, Form und Symbolik stellt Marie-Jo Lafontaine mit ihrer Dreier-Serie »Aromes, Roses, Iris« (1995) vor. Sie macht durch die Konstruktion bei aller malerischen Sinnlichkeit auch die Zeichenhaftigkeit der Bilder deutlich.

Pflanzen und Blumen sind seit jeher ein Lieblingsthema der Fotografie gewesen. Immer wieder Rosen. Aber sie sind, wie man an dieser Auswahl sehen kann, immer auch anders »aufgeladen« (»always something else«). Von der Widerspiegelungsqualität von Fotos kann eigentlich keine Rede mehr sein: Die Fotografie ist ein fiktionales Bildregister unter anderen.

 

Nobuyoshi Araki, 1940 in Tokio geboren, lebt in Tokio.

Imogen Cunningham, 1883 in Portland, Oregon, geboren, starb 1976 in San Francisco.

Joan Fontcuberta, 1955 in Barcelona geboren, lebt in Barcelona.

Marie-Jo Lafontaine, 1950 in Antwerpen geboren, lebt in Brüssel.

Dennis Stock, 1928 in New York City geboren, lebt in Pound Ridge, New York.



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