In seinem künstlerischen Schaffen ist Sean Scully vor allem für seine abstrakten Malereien und großformatigen Skulpturen bekannt. In Irland geboren, studierte er am Croydon College of Art und an der Newcastle University. In den 1960er Jahren ließ sich Scully noch der Minimalismus-Bewegung zuordnen, von der er sich aber zunehmend abwandte. Sein charakteristischer Stil leitet sich hauptsächlich aus seiner Faszination für die Abstraktion ab. Seine Arbeiten sind von Emotionalität durchzogen und spiegeln häufig seine persönlichen Erfahrungen wider.
In den 1980er Jahre begann Scully auch mit Fotografie zu experimentieren. Seither hat er eine ganze Reihe von fotografischen Arbeiten geschaffen. Häufig nehmen Scullys Fotografien persönlichen Bezug auf sein Leben und seine Reisen. Seine Serie »Atlas Walls« besteht aus Fotografien, die Scully zwischen 1995 und 1997 aufgenommen hat. Die Bilder zeigen Details von Mauern, Fenstern und Türen, die er während seiner Reisen durch Europa und Nordafrika entdeckt hat. In den abgebildeten Wänden und Türen sind abstrakte Muster und Texturen erkennbar, die durch den Verfall und die Abnutzung entstanden sind. Die Fotografien erinnern in ihrer Struktur und Farbgebung an Scullys abstrakte Malereien und zeigen so den Einfluss seiner künstlerischen Praxis als Maler und Bildhauer. Gleichzeitig deuten sie auf sein Interesse für die Ästhetik des Verfalls und der Vergänglichkeit hin. Die Fotografien sind eine Hommage an die Schönheit, die in der Vergänglichkeit und dem Zerfall gefunden werden kann. Darüber hinaus sind sie ein Beweis für Scullys künstlerische Sensibilität und visuelle Wahrnehmung, welche sich in den Fotografien »Atlas Walls« widerspiegelt.
Sean Scully wurde 1945 in Irland geboren. Er lebt und arbeitet in New York, Barcelona und München.