Presseinformation
Frankfurt, 29. April 2026
»Wie wollen wir leben?«
3.6.–3.10.2026
Presserundgang in Anwesenheit von Heike Baranowsky, Astrid Busch, Christina Leber und Clara Bolin: Montag, 1.6.2026, 11 Uhr
»Wie wollen wir leben?« Mit dieser Leitfrage richtet die Kunststiftung DZ BANK mit ihrer Ausstellung vom 3.6.–3.10.2026 den Blick auf unser Zusammenleben in der Stadt. Vor dem Hintergrund aktueller Stadtentwicklungsprojekte versammelt die Ausstellung künstlerische Perspektiven auf Architekturen, Begegnungsräume und Natur sowie den Menschen in der Stadt. Was brauchen wir, um in großer Vielfalt Räume gemeinsam so zu gestalten, dass wir zufriedener miteinander leben können? Nicht nur die Wohnungsnot und die Finanzierbarkeit von Wohnraum beschäftigen die Menschen in Großstädten in Deutschland, in Europa und der Welt, sondern auch, auf welche Weise ein Zusammenleben in Gemeinschaft und eine lebenswerte Umgebung gestaltet werden können.
Vier installative Beiträge stehen im Zentrum der Ausstellung. Sie widmen sich eben diesen Fragestellungen. Astrid Busch (*1968 Krefeld, BRD) befasste sich im Auftrag der Kunststiftung mit dem Neuen Frankfurt, das 2025 sein 100-jähriges Jubiläum feierte. Karina Nimmerfall (*1971 Deggendorf, BRD) wendet sich den unterschiedlichen Höfen des »Roten Wien« (1919–1934) zu, die bis heute eine moderate Entwicklung des Mietzinses ermöglichen. Zwischen Stadtkern und Außenbezirken bewegt sich Heike Baranowsky (*1966 Augsburg, BRD) rund um Paris, wohingegen Andrea Pichl (*1964 Haldensleben, DDR) Plattenbauten nicht nur der ehemaligen DDR zusammenführt.
Alle Positionen zeigen, wie eng Architektur und Stadtentwicklung mit sozialen Fragen verbunden sind. Historische, politische und soziale Wohnkonzepte prägen unsere Großstädte bis heute. Sie lassen uns das Zusammenleben in der Stadt neu denken: Welche Voraussetzungen brauchen wir, um in Vielfalt Räume gemeinsam so zu gestalten, dass wir zufrieden miteinander leben können? Städtebauliche Lösungen beeinflussen unser Gefühl von Wohnlichkeit, sie bestimmen, an welchen Orten wir zusammenkommen und wo ein Miteinander entsteht. Genossenschaftliche Modelle, bei denen ein Geschäftsbetrieb gemeinschaftlich geführt wird, können alternative Lösungen der Finanzierbarkeit von Wohnraum aufzeigen, die soziale und wirtschaftliche Teilhabe ermöglichen.
Im Kontext des Klimawandels wird Natur erneut zu einem integralen Bestandteil zukünftiger Stadtplanung. Wie können wir auch in urbanen Zentren grüne Oasen der Ruhe schaffen, die im Sommer einer Überhitzung vorbeugen, unseren tierischen Mitbewohnern Platz bieten und zugleich Orte für Erholung und Gemeinschaft eröffnen?
Andere Kunstwerke erweitern den Blick auf den gebauten Raum um Aspekte gelebter Gemeinschaft und gestalteter Natur. Lilly Lulay (*1985 Frankfurt am Main, BRD) entwickelt eine bewegte Collage von Istanbul, in der sie ein neues Bild der Stadt formt. Klaus Merkel (*1940 o. O., Deutsches Reich) und Olivo Barbieri (*1954 Capri, Italien) zeigen, wie sehr auch scheinbar starre Steine Ausdruck gewachsener Strukturen sind. Dieses Zusammendenken von Natur und Architektur wird ergänzt um konstruierte Pflanzen von Dieter Huber (*1962 Schladming, Österreich) und Sehnsuchtsorte bei Beate Gütschow (*1970 Mainz, BRD), Peter Hutchinson (1930 London, Vereinigtes Königreich – 2025 Provincetown, Massachusetts, USA) und Talisa Lallai (*1989 Frankfurt am Main, BRD). Der Frage, wie sich Mensch und Tier durch diese Räume bewegen, widmen sich Eyal Weizman (*1970 Haifa, Israel) und Christian Nicolas (*1971 Beesel, Niederlande) sowie Jitka Hanzlová (*1958 Náchod, ČSSR).
Die Künstlerinnen und Künstler der Ausstellung sind:
Heike Baranowsky, Olivo Barbieri, Astrid Busch, Beate Gütschow, Jitka Hanzlová, Dieter Huber, Peter Hutchinson, Talisa Lallai, Lilly Lulay, Klaus Merkel, Karina Nimmerfall, Andrea Pichl, Eyal Weizman und Christian Nicolas.
Der Presserundgang mit Heike Baranowsky, Astrid Busch, Christina Leber und Clara Bolin wird am Montag, dem 1.6.2026, von 11 bis 12.30 Uhr stattfinden. Nach einem exklusiven Vorab-Rundgang zusammen mit den Künstlerinnen und den Kuratorinnen der Ausstellung wird es noch Zeit für Ihre Fragen geben. Gerne kann ich Ihnen auch vorab oder im Anschluss Einzelinterviews vermitteln, die nach Bedarf persönlich vor Ort, per Mail oder telefonisch stattfinden können. Bitte melden Sie sich bei mir per Mail (claudia.haevernick@kunststiftungdzbank.de) für die Teilnahme am Presserundgang an. Wir freuen uns auf Sie!
Die Ausstellung findet im Rahmen der World Design Capital 2026 statt
Kunststiftung DZ BANK
Fördern • Ausstellen • Vermitteln
Der Fördergedanke – nicht nur in wirtschaftlicher, sondern auch in kultureller und sozialer Hinsicht – gehört zum geistigen Kernbestand des Genossenschaftswesens. Er ist im ersten Paragrafen des Genossenschaftsgesetzes verankert. Daher gründete der Vorstand der Deutschen zentralen Genossenschaftsbank AG im Dezember 2020 die Kunststiftung DZ BANK, um die Sammlung, die seit 1993 besteht und mittlerweile 11.000 Exponate umfasst, im erweiterten Rahmen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Mit der Gründung der Kunststiftung wurde eine Plattform geschaffen, die sich als feste Instanz in der Frankfurter Kulturlandschaft etabliert hat.
Der Sammlungsschwerpunkt der DZ BANK liegt auf zeitgenössischen künstlerischen Praktiken des Fotografischen. Die anhaltende technische Entwicklung der Fotografie, von der Camera obscura bis hin zu computergenerierten Bildern, hat den Fokus zunehmend vom Medium selbst hin zum medienreflexiven Ansatz verschoben. Der Sammlungsschwerpunkt begreift Fotografie als künstlerisches Prinzip, als Denk-, Wahrnehmungs- und Bildraum, der experimentell, aber auch philosophisch ausgelotet wird. Entsprechend umfasst die Sammlung sowohl zweidimensionale als auch dreidimensionale Werke, die mit fotografischen Materialien arbeiten oder auf Konzepte wie Spur oder Abdruck referieren. Ergänzt wird der Bestand durch zeitbasierte Medien wie Video oder Film sowie durch Soundarbeiten, die das Fotografische in andere sinnliche Dimensionen überführen. Mit dieser Bandbreite unterschiedlichster Materialien zählt die fotografische Kunst zu einem der innovativsten Medien der Gegenwart.
Mit den alle zwei Jahre ausgeschriebenen Förderstipendien richtet sich die Stiftung an Kunstschaffende aller Altersklassen, die sich mit künstlerischen Techniken des Fotografischen auseinandersetzen und so die Gattungsgrenzen aufbrechen. Die Kunststiftung verantwortet damit die Förderung aktueller Prozesse und gewinnt ihrerseits Impulse für neue Fragestellungen und Bildsprachen. Die Arbeiten der Stipendiatinnen und Stipendiaten werden in einer eigenen Ausstellung präsentiert und anschließend in die Sammlung der DZ BANK überführt.
Gesellschaftlich relevante Themen finden in jährlich drei wechselnden Ausstellungen in Frankfurt am Main ihre Sichtbarkeit. Im Austausch mit Universitäten und Institutionen aus Wissenschaft, Forschung und Kunst werden aktuelle Diskussionen einbezogen. Präsentationen in anderen Ausstellungshäusern erhöhen die Sichtbarkeit der Sammlung und setzen die Kunstwerke in neue kuratorische Zusammenhänge.
Mit einem vielfältigen Vermittlungsprogramm lädt die Kunststiftung zum Austausch und zu Denkanstößen ein, bestehend aus Kunstführungen und Workshops für alle Altersgruppen, inklusive Teambuilding, Fortbildungen für Lehrkräfte, Angebote für Studierende sowie Kooperationen mit Schulen und Hochschulen. Tagungen, Vorträge und Gesprächsreihen ermöglichen eine wissenschaftliche und interdisziplinäre Reflexion.
Die Sammlung der DZ BANK umfasst Kunstwerke des 20. und 21. Jahrhunderts von mehr als 1.100 internationalen Künstlerinnen und Künstlern. Die Kunststiftung hat diese im Juli 2024 online gestellt. Damit erfüllt sie einmal mehr die wichtige Aufgabe, die umfassende Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Website: kunststiftungdzbank.de
Sammlung Online: https://kunststiftungdzbank.de/sammlung/
Instagram: kunststiftungdzbank
YouTube: kunststiftungdzbank
LinkedIn: www.linkedin.com/company/kunststiftung-dz-bank
Ausstellungsbegleitende Sonderveranstaltungen
Weitere Veranstaltungen im Rahmen der Ausstellung »Wie wollen wir leben?« sind in Planung und werden rechtzeitig auf der Website der Kunststiftung DZ BANK bekanntgegeben.
Denkanstöße
»Wie wollen wir wohnen?«
Dienstag, 9.6.2026, 18 Uhr; mit Astrid Busch, Künstlerin der Ausstellung, und Jorun Jensen, Kunstwissenschaftlerin mit Forschungsschwerpunkten zum Verhältnis von Architektur, Wohnen und Gender, sowie wissenschaftliche Volontärin beim Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt am Main
»Wie wollen wir inklusiv bauen?«
Donnerstag, 23.7.2026, 18 Uhr; mit Kübra Inan, Architektin, Fachplanerin und Sachverständige für Barrierefreie Architektur und Inklusives Design
»Wie wollen wir die Stadt begrünen?«
Donnerstag, 20.8.2026, 18 Uhr; mit Julia Krohmer, Stellv. Leiterin Stab Wissenschaftskoordination, Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung in Frankfurt am Main
Gesprächsformat
»Wie wollen wir (bau-)wirtschaften?«
Donnerstag, 9.7.2026, 18 Uhr; mit Paola Alfaro-d’Alençon, Architektin und Stadtforscherin, Wim Buesink, Geschäftsführer der Schwäbisch Hall-Stiftung »bauen-wohnen-leben«, Karsten Eiß, Manager Politik und Gesellschaft, Bausparkasse Schwäbisch Hall AG, und Silke Remmel, Interior Designer
Kuratorinnenführung
Dienstag, 23.6.2026, 18 Uhr; mit Clara Bolin
Mittwoch, 16.9.2026, 18 Uhr; mit Christina Leber
Öffentliche Führungen
Jeden Donnerstag um 18 Uhr, jeden letzten Freitag im Monat um 17.30 Uhr sowie an jedem letzten Samstag im Monat um 17 Uhr.
Kunst für Kids
Neben den individuell buchbaren Workshops bieten wir an jedem ersten Samstag im Monat von 15.30 bis 17.30 Uhr »Kunst für Kids« an. Die Teilnehmenden können allein oder in Kleingruppen zu uns kommen und sich durch eigene künstlerische Praxis den Themen der Ausstellung annähern. Das Angebot richtet sich an Kinder zwischen 5 und 12 Jahren. Erwachsene Begleitpersonen sind ebenso willkommen.
Fortbildung für Lehrkräfte
Zu jeder Ausstellung in der Kunststiftung DZ BANK gibt es eine Fortbildung für Lehrerinnen und Lehrer. Diese besteht aus einer einstündigen Führung sowie der Vorstellung der angebotenen Workshops. Das Vermittlungsprogramm wurde an das schulische Curriculum angepasst.
Sonderführungen und Workshops auf Anfrage
Ab einer Gruppengröße von 5 Personen können Sie Führungen und Workshops auf Anfrage buchen. Dies gilt für Erwachsene wie für Kinder und Jugendliche ab der Grundschule.
Dauer: 30 min / 60 min / 90 min / 120 min. Buchungsanfragen für Führungen und Workshops richten Sie bitte an: vermittlung@kunststiftungdzbank.de
